Ehemalige Bürgermeister auf CDU Neujahrsempfang in Nahe geehrt

Dr. Axel Bernstein MdL, Jürgen Schwerdtfeger, Ortwin Peters und Dr. Manfred Hoffmann.

Rede von Dr. Axel Bernstein MdL

Dankesrede von Ortwin Peters

Laudatio von Manfred Hoffmann

Nahe  – Der Bürgerehrenpreis der CDU Nahe wurde am Sonntag an die Alt-Bürgermeister Ludwig Rothenberg (Kayhude), Jürgen Schwerdtfeger (Itzstedt) und Ortwin Peters  (Nahe) bie Sekt und Pizza im Naher Bürgerhaus vergeben. Sie haben beim Bau der Sporthalle in Nahe gezeigt, dass große Ziele auf kommunaler Ebenen durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit über Parteigrenzen mit dem sprichwörtlichen Blick über den Tellerrand hinaus erreichbar sind. Die Sporthalle wurde im Mai 2003 eingeweiht. Ludwig Rothenberg konnte aus gesundheitlichen Gründen am Neujahrempfang im Bürgerhaus Nahe nicht teilnehmen.

Der Landtagsabgeordnete Dr. Axel Bernstein kritisierte in seiner Rede den Plan des SSW  zur Schaffung von Großkommunen als einen Angriff auf die kommunale Selbstverwaltung. Der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende griff die Regierung Albig wegen fehlender Investitionsbereitschaft trotz sprudelnder Steuereinnahmen, Planungsunfähigkeit beim Autobahnbau scharf an. Der polizeipolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion forderte  eine bessere personelle und technische Ausstattung der Polizei

Der Kreistagsabgeordnete und CDU-Kreisgeschäftsführer Uwe Voss sprach sich als Gastredner für  für mehr Miteinander der Dörfer, die Umsetzung vom Zukunftsprogramm „Kreis Segeberg 95.0“  und den Kauf des Itzstedter Sees durch den Zentralort Nahe-Itzstedt mit überörtlichen Mitteln zu einem durch ein Gutachten ermittelten fairen Preis aus.

„Ich werde zur Kreistagswahl  2018 nicht wieder für den Wahlkreis der Dörfer Itzstedt, Kayhude, Nahe, Oering, Sülfeld antreten.“, verkündete Uwe Voss am Ende seiner Rede. Seit 2 Jahren ist Voss Vorsitzender vom CDU-Stadtverband Bad Segeberg und dort sehr aktiv. Voss ließ offen ob er an seinem neuen Wirkungsort zur Kreistagswahl antreten wird.
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Die Sporthalle wurde im Mai 2003 eingeweiht. Die Gemeinden Itzstedt, Kayhude und Nahe im Amtsbereich Itzstedt haben in beispielhafter Kooperation gemeinsam mit dem Sportverein TSV Nahe ohne öffentliche Fördermittel eine Sporthalle in Nahe entstehen lassen: Eine zukunftweisende Aktivität zur Förderung des Sports und damit der Gesundheit. (Aus Internetseite des Trägervereins der Sporthalle Nahe – http://sporthalle-in-nahe.de/.

Die Laudatio von Manfred Hoffmann

Bürgerehrenpreis an die ehemaligen Bürgermeister der Gemeinden Itzstedt Kayhude und Nahe, Jürgen Schwerdtfeger, Ludwig Rothenberg und Ortwin Peters

Jeder kennt Sie, die ehemaligen Bürgermeister der drei Gemeinden. Und wir sind heute hier, um Sie dafür zu ehren, dass Sie über alle Partei und Ortsgrenzen hinweg bei Projekten gemeinsam an einem Strang gezogen haben.

Vielleicht können sich noch einige daran erinnern, dass es einmal eine gemeinsame Jugendarbeit der drei Gemeinden gegeben hat. Die hat im Naher Dörphus stattgefunden und zu guten Zeiten bis 15 – 20 Jugendliche an einem Nachmittag oder Abend zusammengeführt. Es waren Jugendliche aus allen drei Gemeinden dabei. Die drei Bürgermeister haben sich dafür eingesetzt, dass das Projekt gestartet ist. Und sie haben es geschafft, dass die Kreissparkasse Segeberg die Ausstattung mit 6.000,- DM gefördert hat. Leider ist die Jugendarbeit, auch bedingt durch die abnehmende Qualität der Jugendleiter, nach und nach eingeschlafen. In Kayhude hat sich 2006 ein Förderkreis gebildet, die Kayhuder Kids, die mit Kayhuder Kindern verschiedene Projekte durchführen. Das wird sehr gut angenommen, ist aber etwas anderes als die in Nahe angebotene Jugendarbeit. In Itzstedt ist die Jugendarbeit zur Gänze eingeschlafen. In Nahe leistet sich die Gemeinde mit einem relativ bescheidenen Budget von

15.000,- € regelmäßige Jugendarbeit, die von Barabara Günther vorbildlich geleitet wird. Es werden regelmäßige Kurse angeboten, die auch ausgelastet sind.

Und da gab es ja noch den lang gehegten Wunsch, dass die Gemeinden eine größere Sporthalle bekommt. Die Schulsporthalle und das Bürgerhaus waren voll belegt, aber die Nachfrage war größer. Am meisten gedrängelt hat der TSV Nahe. Schon zu Willi Biesters Zeiten wurden Grundstücke von der Gemeinde erworben, die später für den Bau der Halle benötigt wurden. Als Ortwin Peters 1998 zum Bürgermeister gewählt wurde, gab es in den Nachbargemeinden auf diesen Positionen schon alte Hasen. Ludwig Rothenberg war zu dem Zeitpunkt schon 12 Jahre Bürgermeister in Kayhude und Jürgen Schwerdtfeger 8 Jahre in Itzstedt.

Und was jetzt dem Projekt Neubau einer Halle zu Gute kam, waren mehrere Ursachen. Ludwig Rothenberg war Oberschulrat in Hamburg und gleichzeitig als Schulsportreferent für alle Hamburger Volks- und Realschulen sowie für die Gymnasien zuständig. Damit war schon einmal ein Fachmann vorhanden, der auf dem Gebiet Sporthallen versiert war. Der Schulverband hat Ende der 1980 Jahre die Bemühung unterstützt und durch eine bewundernswerte Fleißarbeit von Ludwig Rothenberg wurde eine detaillierte Bedarfsermittlung erstellt. Aber der Plan, die Halle in den Kreisentwicklungsplan aufzunehmen, ist gescheitert.

In Itzstedt hatte man einen Bürgermeister, der selbst als Handballtrainer tätig gewesen war umd somit alle Notwendigkeiten für die Beschaffenheit der Halle gekannt hat. Als Trainer hat er nit seinen Mannschaften Spitzenteams geschlagen. Aber es bestand immer das Problem, dass die Naher an die kleine Schulsporthalle gewöhnt waren. Und da waren die Laufwege leider anders als in großen Hallen. Die Sülfelder Halle als große Sporthalle stand nur kurze Zeit zur Verfügung und dann musste wieder in Nahe gespielt werden.

In Nahe hatte man mit Ortwin einen Bürgermeister, der in seinem Ehrenamt 1998 noch grün hinter den Ohren war. Aber kaum gewählt wurde er schon vom TSV bedrängt, eine neue Sporthalle zu bauen. Es wurde ein weiteres Gelände am Nienrögen gekauft und es wuchs allmählich der Gedanke, eine gemeinsame Halle für alle drei Gemeinden zu errichten. Die drei Bürgermeister hatten nicht nur auf politischer Ebene Vertrauen auf einander sondern sie mochten und mögen sich auch heute noch persönlich.

Sie haben es dann durch eine bewundernswerte Eigeneinitiative es geschafft, den Stillstand in der festgefahrenen Bürokratie zu durchbrechen.

Nach Besprechungen im Amt wurden erste Planungen erstellt und Kosten geschätzt. Die Gemeindevertretungen waren skeptisch, dass die laufenden Kosten und die Investitionskosten zu stemmen wären. Und für 2 Mio. DM wäre sowieso keine Sporthalle zu bekommen. Der erste Vorschlag war eine Halle aus Holzständerbauweise wie die in Dänemark üblich war.

Dann kam der Architekt Schmidt aus Segeberg ins Gespräch, der sich bei anderen Hallen positiv bewährt hatte. Er schlug eine Halle vor, wie die heute dort steht und die Kosten waren i.O. Es kam von außen aber der Einwand, dass man keine Blechdose wolle sondern eine vernünftige Halle. Wie man sieht, ist es keine Blechdose geworden.

Jetzt galt es für die Bürgermeister, die Gemeindevertretungen zu überzeugen. Das ging in Itzstedt und in Kayhude problemlos. Und in Nahe hat dann Jürgen Schwerdtfeger mit einer emotionalen Rede mit einer drastischen Darstellung von Verletzungsmöglichkeiten erreicht, dass die Halle mit Auslaufzonen gebaut werden sollte.

Nur, wie wird jetzt die Finanzierung auf die Beine gestellt? Hier ist der TSV dankenswerter Weise mit einer Finanzspritze von 80.000,- DM zu Hilfe gekommen. Der Verein hat dafür einen Bausparvertrag aufgelöst. Die Gemeinden Itzstedt und Nahe haben dafür Zentralortsmittel zur Verfügung gestellt, und Kayhude, denen solche Mittel nicht zur Verfügung haben, stellten Mittel aus dem Haushalt bereit. Der damalige Innenminister, Klaus Buß, kam persönlich vorbei, um der Gemeinde ein kostengünstiges Darlehen zu überreichen. Zu einem Zuschuss hat es leider nicht gereicht.

Der Spatenstich erfolgte im Juli 2002. Die Aufräumarbeiten wurden noch ehrenamtlich durchgeführt. Das Richtfest im Oktober hat gezeigt, dass ein ehrgeiziger Zeitplan vorhanden war. Ein ganz wichtiger Termin ist die Gründung des Trägervereins am 25. November 2002. Ohne den wäre der Betrieb der Sporthalle wahrscheinlich finanziell nicht zu verkraften. Die Bauabnahme war im April 2003 und die Einweihung im Mai 2003. In weniger als einem Jahr wurde die ganze Maßnahme erfolgreich umgesetzt.

Der Kreissportverband und damit der Kreis wollte sich mit einer marginalen Summe beteiligen. Damit hätte sich der Bau aber verzögert, wäre zudem teurer geworden und die Ausführung der Halle hätte noch vom Kreissportverband beeinflusst werden können. Also fast nix bezahlen aber kräftig mitreden. Das war von den Gemeinden nicht gewünscht. So mussten die geladenen Gäste aus Segeberg die Heimreise antreten, ohne zu Wort gekommen zu sein.

Mittlerweile sind die Darlehen in Höhe von ca. 1,15 Mio. € zu 80 % abbezahlt. In fünf Jahren ist die letzte Rate fällig.

Lieber Jürgen, lieber Ortwin und auch lieber Ludwig,

ganz herzlichen Dank für euer ehrenamtliches Engagement und dass euer positives Beispiel, wie eine Zusammenarbeit zwischen Gemeinden sein kann, Ansporn für heutige und zukünftige Gemeindevertretungen sein wird.

 

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